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Alltagsorte wurden zu Kulturorten

von Gerald Henseler

Im Kulturdorf Neversdorf führte Petra Albersmann in der Rottgardt Scheune das Figurentheater Luise ist weg auf. Foto: Rainer Deutschmann

Bad Segeberg (em). Das SE-Kulturteam, Rabea Breiner, Sabine Lück und Edda Runge, zieht eine positive Bilanz der sechsten Auflage der SE-Kulturtage. Vom 13. bis 29. September machten sich rund 6.300 Besuchende auf, den Kreis Segeberg kulturell zu entdecken. Mit insgesamt 78 Veranstaltungen an 26 Orten (20 Dörfer und sechs Städte) präsentierten sich rund 340 Kulturschaffende mit Konzerten, Ausstellungen, Workshops und Lesungen. Viele positive Stimmen zum Gesamtfestival konnte das Team entgegennehmen. So wurde das Programm als vielseitig, interessant und einladend bezeichnet. Die SE-Kulturtage bekommen ein Gesicht, etablieren sich.
„Es ist uns gelungen, in diesem Jahr noch mehr außergewöhnliche Orte aufzuspüren und diese mit besonderen Veranstaltungen zu bespielen“, so Edda Runge. Im diesjährigen SE-Kulturdorf Nevers­dorf wurde eine Scheune auf dem Hof Lührs zu einem Ort der Kultur und die vorhandenen Pferdeboxen zur Galerie ausgefallener Kunst. Fotografien von Jugendlichen, die die Stadt Bad Segeberg aus ihrer Perspektive aufgenommen haben, schmückten die Gänge im Jobcenter und in einem Schaufenster in der Fußgängerzone Bad Segebergs lasen Autoren aus ihren Werken. „Unser Ziel, die SE-Kulturtage mit dem Markenzeichen Kultur außer gewöhnlich bewusst vom gewöhnlichen Kulturalltag abzusetzen, neugierig zu machen und an ungewöhnliche Orte zu locken, ist aufgegangen“, sagt Sabine Lück.
„Besonders erfreut sind wir darüber, dass die Angebote des Formats Junge Kunst in diesem Jahr ausgebaut werden konnten“, so Rabea Breiner. Bereits zur Eröffnung der SE-Kulturtage, der 20. Ausgabe des Poetry Slams im Jugendzentrum Mühle, präsentierten sich mehrere junge Künstlerinnen und Künstler nicht nur mit selbstgeschriebenen Texten, sondern auch mit handgemachter Musik. Sie überzeugten auch die rund 150 Besuchenden der Eröffnung und machten damit neugierig auf die weiteren Veranstaltungen der SE-Kulturtage. Der diesjährige featured Artist, Leeroy Sass, zeigte seine Kunst im Bereich Graffiti gleich bei mehreren Veranstaltungen im Kreis Segeberg.
Kultur im ländlichen Raum zugänglich zu machen, sie in den Fokus zu rücken und zu fördern, ist mit dem diesjährigen SE-Kulturdorf Neversdorf voll gelungen. Mit der außergewöhnlichen Unterstützung der Neversdorfer konnten während des Festivals acht Veranstaltungen an sieben Alltagsorten stattfinden. Zu der märchenhaften Wanderung mit Saxophonspiel, zum Wohnzimmerkonzert oder zum Kindertheater in einer alten Scheune machten sich viele Einheimische und Gäste auf den Weg.
Für die SE-Kulturnacht konnte das Team den Figurenspieler Marc Schnittger gewinnen. Mit seiner Inszenierung von Hamlet nach William Shakespeare begeisterte er die voll besetze Kirche in Todesfelde. „Hamlet war definitiv ein Kulturhighlight des diesjährigen Festivals“, so eine Besucherin.
In diesem Jahr beschäftigte sich eine Vielzahl von Kulturschaffenden auch mit thematischen Schwerpunkten. Ob bei einem philosophischen Nachmittag für Kinder oder bei einer Ausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung mit syrischen Künstlern konnten sich Besuchende intensiv mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen auseinandersetzen.
Nach den SE-Kulturtagen ist vor den SE-Kulturtagen: Das Team steckt bereits in den ersten Planungen für 2020. Im nächsten Jahr findet das Projekt des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg vom 11. bis 27. September statt. Der Anmeldezeitraum wird im März beginnen. „Wir hoffen auf ein großes Interesse der Kulturschaffenden bei der siebten Auflage des Festivals“, so das Team.
Die SE-Kulturtage wurden finanziert durch den Kreis Segeberg, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die LAG Soziokultur Schleswig-Holstein, die Kabarettgruppe Die Schwarzbunten, Sponsoren sowie durch die Veranstaltenden und Mitwirkenden.

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