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Kunsthalle Flath wird nach der Modernisierung barrierefrei sein

von Irene Burow

Werner Schulze (li.) und Torsten Simonsen vom Förderkreis Kulturforum Flath präsentieren Flyer zur aktuellen Spendenaktion. Fotos: ib

Bad Segeberg (ib). In der Kunsthalle Flath in Bad Segeberg prangen Löcher in der Wand. Bohrer sind zu hören, Kabel ragen aus der Decke. Der Umbau hat begonnen. Dort, wo der Bildhauer Otto Flath einst wirkte, entsteht ein modernes Museum mit Café.

All die prächtigen Holzskulpturen sind in Folien verhüllt. „Das war ein Mordsaufwand“, sagt Architekt Torsten Simonsen. Die massivem Holzwerke zu verschieben, war nicht leicht. Für Die Musik, einen mächtigen Platanenstamm mit den Konterfeien von Mozart, Schumann oder Beethoven, musste extra eine Konstruktion gebaut werden, damit sie auf Rollen wenige Meter verschoben werden konnte. Zu ihrem neuen Platz im neuen Museum.

Anfang November ist die Kunsthalle ausgeräumt worden. Derzeit laufen die Trockenbau- und Elektroarbeiten. Im Februar 2020 sollen die Lichter angehen. Doch bis es so weit ist, muss die Beleuchtung finanziert sein. Diesen Teil sollen Segeberger übernehmen. Nicht nur Fans der Bildhauerei sind aufgerufen, das mittels Schwarmfinanzierung Realität werden zu lassen. Beim Spendenprojekt „Spot on! Leuchten für die Kunsthalle Otto Flath“ wird Geld für das Licht in der Haupthalle gesammelt.

Die Idee hatte Dagmar Rösner, Leiterin der Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein. 3,600 Euro sind das Ziel. Das Projekt wurde auf der Spendenplattform Wir bewegen SH eingerichtet. Und es ist schon in vollem Gange: Knapp die Hälfte des Geldes ist zusammen. Nach drei Wochen Laufzeit haben 17 Unterstützer zwischen 10 und 200 Euro gespendet. Die Sparkasse Südholstein hat sich mit 750 Euro beteiligt.

Die volle Summe muss bis zum 22. Dezember erreicht sein. „Ich denke, das schaffen wir“, sagt Werner Schulze, Schatzmeister des Förderkreises Kulturforum Flath. Falls nicht, verbleibt das Geld bei den Spendern. So funktioniert das Crowdfunding-Prinzip auf der Plattform.

„Die Beleuchtung ist wesentlich“, sagt Torsten Simonsen, gleichzeitig Vorsitzender des Vereins. Denn das Museum wird barrierefrei – somit auch für Menschen mit Einschränkungen beim Sehen und Hören zugänglich gemacht. „Skulpturen und Texte werden angestrahlt. Farbintensität, Farbtemperatur, Richtung und Dimmung spielen eine Rolle. Der Betrachter soll nicht geblendet werden. Es ist ein Riesenthema – ein ausgeklügeltes, diffiziles Konzept“, sagt er.

In den kommenden Wochen werden die Wände verputzt, dann kommt der Maler. Zum Schluss wird der Fußboden in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Er wird gereinigt, versiegelt und mit taktilen Streifen versehen – einem Leitsystem für Sehbehinderte. Am 14. Februar um 15 Uhr soll die neue Kunsthalle feierlich eröffnet werden. „Man kann jetzt schon ahnen, dass das eine professionelle Kunsthalle wird“, sagt Simonsen, der jetzt schon einen Schritt weiter denkt.

Der Raum für Sonderausstellungen ist jetzt noch gähnend leer. Doch schon bald könnten dort völlig unbekannte Werke von Flath gezeigt werden. Der Wunsch des Vereins: Werke aus Privatbesitz. Simonsen kennt eine ganze Reihe Menschen, die Unikate zu Hause haben. Doch gut möglich, dass es noch viel mehr Kunst gibt, die noch nie öffentlich gezeigt worden ist.

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