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Zweckverband Mittelzentrum Bad Segeberg-Wahlstedt

Mehr Strom und Wärme aus Faulgasen

Die neuen Motoren des Blockheizkraftwerkes arbeiten ruhiger und effektiver als die Vorgänger. Betriebsleiter Klaus Hiltermann erklärte die Steuertechnik. | Fotos: ohe

Bad Segeberg (ohe). Nur der neue Schornstein und eine erneuerte Eingangstür am Faulturm machen sichtbar, dass sich auf der  Bad Segeberger Kläranlage etwas geändert hat. Die eigentlichen Erneuerungen sieht nur, wer das Gebäude mit den beiden Faultürmen betritt. Seit September 2015 ersetzte eine Mecklenburger Firma hier die betagten Motoren des Blockheizkraftwerkes. Nach einem längeren Probebetrieb mit mehreren Feinabstimmungen ist die Anlage jetzt offiziell im Betrieb.
Die neue Anlage betreibt der Zweckverband Mittelzentrum Bad Segeberg-Wahlstedt selbst. Die beiden neuen Motoren haben einen Wirkungsgrad von rund 36 Prozent. Die alten erreichten nur einen Wirkungsgrad von 25 Prozent. Dadurch erhöht sich die Stromausbeute auf rund 850.000 Kilowattstunden im Jahr. Die Kläranlage kann so über 70 Prozent ihres Energiebedarfes selbst decken. Die neue Technik ermöglicht zudem eine bessere Wärmenutzung. „In den kommenden neun Jahren sparen wir 6.339 Tonnen Kohlendioxid ein“, nannte Verbandsvorsteher Matthias Bonse einen weiteren positiven Effekt.
Der Zweckverband investierte 950.000 Euro in die Erneuerung des Blockheizkraftwerkes. Bonse rechnet damit, dass sich die Inves­tition in neun Jahren ausgezahlt hat.  Die Lebensdauer der Motoren schätzt Robin Arne Otten, der Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt Bad Segeberg, auf 20 Jahre.
Im kommenden Jahr plant der Zweckverband, eine neue Technik zum Einbinden des Stickstoffes in das Klärwerk einzubringen. Das sogenannte Anammoverfahren benötigt weniger Sauerstoff. „Das führt zu einer deutlichen Energieersparnis“, erklärt Otten. Die Kläranlage kommt damit dem Ziel der Energieautarkie noch einen Schritt näher.
Für eine Vergrößerung der Anlage sieht Otten derzeit keine Notwendigkeit. „Die Anlage verkraftet noch Abwässer von bis zu 3.000 Neubürgern“, meint Otten.

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