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von Gerald Henseler

Ausstellung erzählt über die Leben hinter den 55 Stolpersteinen

Axel Winkler (re.), der 2021 die Verlegung der Stolpersteine in Bad Segeberg wieder in Gang gebracht hat, freut sich über die Unterstützung der Sparkasse Südholstein. Zusammen mit Filialdirektor Kai Gräper eröffnete er in der Hauptstelle der Sparkasse in

Bad Segeberg (mq). Seit dem Jahr 2009 sind in Bad Segeberg nicht weniger als 55 Stolpersteine verlegt worden. „Das ist für eine Stadt dieser Größenordnung sehr viel. In Bad Segeberg gibt es eine gute Erinnerungskultur“, sagt Axel Winkler. Mit jedem Stolperstein wird in der Kreisstadt an Menschen erinnert, die hier vom Naziregime verfolgt wurden. Sie flüchteten in andere Länder, nahmen sich das Leben oder starben in Vernichtungslagern. Eine Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse Südholstein in Bad Segeberg (Oldesloer Straße 24) informiert aktuell über die Geschichte des Projektes.

Gunther Demnig war es, der die Stolpersteine auch nach Bad Segeberg gegebracht hat. Zwischen den Jahren 2009 und 2011 verlegte er die ersten zehn Mahnmale. Nach einer langen Pause brachte Axel Winkler das Projekt wieder in Gang. Seit 2021 sind 45 Steine dazugekommen, zuletzt im Januar dieses Jahres.

Besonders stolz sind die Heimat-historiker Axel Winkler und Hans-Werner Baurycza darauf, dass sich sieben Segeberger Schulen mit eigenen kreativen Aktionen an der Verlegung der Stolpersteine beteiligt haben. „Das Thema kommt so bei den Jugendlichen an. Sie bereiten sich sehr gründlich auf die Verlegung vor“, sagt Winkler, der zudem die Unterstützung der Stadt, der Stiftung der Sparkasse Südholstein und weiterer Helfer lobt.

Die Ausstellung in der Sparkassen-Hauptstelle stellt auf 16 Plakaten die gesamte Geschichte der Aktion vor. Alle Veranstaltungen zu den einzelnen Verlegungen werden ausführlich in Fotos und Texten dokumentiert. Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 14. März, während der Öffnungszeiten der Sparkasse zu sehen. Eine aktualisierte Broschüre der Touristinformation der Stadt zeigt zudem alle Stolpersteine auf. Die Broschüre liegt ebenfalls in der Sparkasse begleitend zur Ausstellung aus.

Eine besondere Aktion ist für den Sonnabend, 14. Juni, geplant. Dann wird auf dem Marktplatz unweit der Dahlmannschule der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten gedacht. Denn am 25. Juni 1933 wurden auch in Bad Segeberg die Werke von Autoren, die angeblich Schande über Deutschland gebracht haben, Opfer der Flammen. „Genau an dieser Stelle soll eine Gedenktafel künftig an die Bücherverbrennung erinnern“, sagt Hans-Werner Baurycza. Getragen wird die Aktion erneut von den Segeberger Schulen.