Landesverein startete mit einem Festakt in sein Jubiläumsjahr

Rickling (em).Vor 150 Jahren gründeten engagierte Bürger und Pastoren den Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein, um sozialen Nöten aus christlichem Glauben zu begegnen. Vorstandssprecher Matthias Dargel erinnerte zu Beginn des Festakts in der Dorfkirche Rickling daran, dass bürgerschaftliches Engagement, motiviert aus dem christlichem Glauben heraus, bis heute die Arbeit und die Haltung des Landesvereins prägt: „Weil Gott alle Menschen angenommen hat wie seine Kinder sind auch wir aufgerufen, einander anzunehmen. Und so, wie im Landesverein heute Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe oder religiöser Prägung miteinander ihren Dienst tun, wenden wir uns auch uneingeschränkt allen Menschen zu, die uns brauchen. Dieser Gedanke Für Menschen mit Menschen bildete bereits 1875 die Basis unserer sozialen Arbeit und wird uns auch weiter tragen über alle gesellschaftlichen Veränderungen hinweg!“
Diese Menschenliebe fokussiert sich im Landesverein vor allem auf die Unterstützung von Menschen mit psychischen oder pflegerischen Bedarfen: In der Gründungsphase des Landesvereins bestand diese vor allem in der Suchthilfe und der Beschäftigung von Wanderarbeitern. Später wurden erste Arbeitsfelder wieder eingestellt, während nach und nach Pflegeeinrichtungen, die Psychiatrischen Kliniken und die vielfältigen Teilhabeangebote hinzu kamen. Mit aktuell über 3.000 Mitarbeitenden unterstützt der Landesverein eine jedes Jahr größer werdende Zahl von Menschen darin, selbstbestimmt am Leben teilzuhaben.
Neben zahlreichen Ehrengästen wie Ministerpräsident Daniel Günther, Bischöfin Nora Steen und Johannes Albig, Staatssekretär im Sozial-Ministerium, nahmen Vertreter der Klientenbeiräte und Werkstatträte der Teilhabeeinrichtungen und der Bewohnendenräte der Pflegeeinrichtungen im Landesverein sowie Mitarbeitende und Beschäftigte an dem Festakt teil. Darüber hinaus folgten zahlreiche Vertreter der Landkreise und Kommunen, aus Kirche und Diakonie sowie Netzwerkpartner aus Gesundheit und Wirtschaft der Einladung nach Rickling und machten damit deutlich: Der Landesverein ist in vielen Kreisen im Land als Institution tief verankert und aufgrund seiner Arbeit ein etablierter und geschätzter diakonischer Träger, ein wichtiger Akteur im Sozial- und Wirtschaftsraum sowie ein starker Partner in der Gesundheitsversorgung.
Auch Ministerpräsident
Daniel Günther gratulierte
Ministerpräsident Daniel Günther gratulierte zum Jubiläum: „Der Landesverein ist unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Landschaft Schleswig-Holsteins. Das Land sagt Danke für 150 Jahre Hilfe in Not, für 150 Jahre gelebte Nächstenliebe und für 150 Jahre Mitmenschlichkeit. Es ist großartig, dass sich die Beschäftigten, Ehrenamtlichen und Unterstützenden täglich für andere Menschen in unserem Land einsetzen. Die Innere Mission ist Helferin in Not, Stütze für die Schwachen, Wegbereiterin für Teilhabe und Motor für Innovation im sozialen Bereich. Das macht Mut für die nächsten 150 Jahre.“
Bischöfin Nora Steen betonte: „Der Landesverein ist von Beginn an tief geprägt von der christlichen Grundüberzeugung, dass jeder einzelne Mensch eine unverwechselbare Würde hat, weil er das Ebenbild Gottes ist. Diakonie als tätige Nächstenliebe ist das Herzstück aller sozialen, therapeutischen und medizinischen Arbeit im Landesverein. Menschen, die ansonsten kaum eine Stimme haben in unserer Gesellschaft, werden hier gesehen, sie finden Unterstützung.“
Im Jubiläumsjahr des Landesvereins soll nicht nur die Vergangenheit gewürdigt, sondern auch die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in den Blick genommen werden. Vorstandssprecher Dargel erklärte dazu beim Festakt: „Wir blicken dankbar auf 150 Jahre der Entwicklung und Veränderung, der Krisen und Erfolge zurück und bereiten uns mit Engagement und Fachkompetenz auf die Arbeit der Zukunft vor.“ Diese Zukunft hat auch der Festvortrag des Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer im Blick: Unter dem Titel „Natürliche und künstliche Intelligenz“ sprach Spitzer zu Selbstbestimmung und Teilhabe aus der Perspektive der Hirnforschung und zeigte auf, wie die Digitalisierung auch die Gesundheitsversorgung und soziale Arbeit künftig beeinflussen wird.