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von Gerald Henseler

Tierschützerin will 105.000 Hennen in liebevolle Hände vermitteln: Wer gibt Legehennen ein Zuhause?

Janina Stemmer rettet seit Jahren Hühner aus Massentierhaltung. Sie sucht jetzt ein Zuhause für über 100.000 Hennen aus einem Schleswig-Holsteiner Betrieb.Foto: privat

Daldorf (ohe).Sie legen fast jeden Tag ein Ei. Durchschnittlich 320 Eier produzieren auf Hochleistung gezüchtete Legehennen im Jahr. Das geht nicht lange gut. Die meisten Massentierhaltungsbetriebe tauschen ihre Tiere nach 18 bis 24 Monaten aus. Janina Stemmer aus Jork hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tiere vor dem Schlachthof zu retten. Die Tierschützerin arbeitet mit einem Großbetrieb in Schleswig-Holstein zusammen. Am 1. Juni werden dort 105.000 Hennen ausgestallt. Für sie sucht die Tierschützerin schon jetzt Abnehmer.

„Alle Hennen werden wir nicht vermitteln können“, befürchtet Janina Stemmer. Sie möchte aber für so viele Tiere wie möglich ein neues Zuhause finden. Die Hennen sollen am Sonnabend, 24. Mai, und Sonnabend, 7. Juni, an die neuen Besitzer in Daldorf übergeben werden. Eine weitere Übergabestelle ist im niedersächsischen Jork. Janina Stemmer betont, dass die Tiere aus Anlagen in anderen Orten kommen.

„Bei dieser großen Anzahl muss ich so früh mit der Vermittlung beginnen“, sagt Janina Stemmer. Die Tierschützerin möchte sich vor der Übergabe ein Bild von dem neuen Zuhause der Tiere machen. Neulinge unter den Hühnerhaltern berät sie gern. Janina Stemmer selbst lebt auf einem Hof im Alten Land. 36 gerettete Hennen haben dort nach der Massenproduktion ein Paradies gefunden.

Die Hennen aus den Legebetrieben sieht Janina Stemmer als Botschafter. „Wer Kontakt zu den Hühnern hat, bekommt eine andere Beziehung zum Tier und zum Ei“, meint sie.

Raus aus dem Massenbetrieb, erholen sich die Tiere schnell. Sie entwickeln ein rassetypisches Sozialverhalten, finden Ruhe und erfahren die Liebe ihrer Retter. Fünf bis zehn Jahre alt kann ein Huhn bei guter Haltung werden. Das ist eine lange Zeit, in der sie für ihre neuen Besitzer noch viele Eier legen und ihnen Freude bereiten können.

Ein solches Huhn ist Olivia. Die Henne ist außergewöhnlich menschenbezogen und weicht Janina Stemmer kaum von der Seite.

„Ich habe Olivia als halbtotes Huhn aus einer großen Anlage gerettet“, erklärt die Lehrerin und Gründerin der Tierhilfe Federglück, Janina Stemmer. Sie versorgte das Huhn intensivmedizinisch, päppelte es auf und entließ es anschließend als gesundes Huhn ins Leben auf ihrem Hof.

Janina Stemmer sucht jetzt Abnehmer für die über 100.000 Hühner und Unterstützer für die Rettungsaktion. „Ich benötige dringend Geflügeltransportboxen“, sagt Janina Stemmer. Sie freut sich auch über Spenden auf ihr PayPal-Konto federglueck-tierhilfe@web.de. Die Lehrerin finanziert die Aktion zum großen Teil aus eigenen Mitteln.

Interessenten können sich jetzt bei Janina Stemmer per Mail an federglueck-tierhilfe@web.de oder unter der Telefonnummer 01  63 / 7  47  11  51 melden. Mehr Informationen gibt die Website www.privatetierhilfefederglueck.de.